SciCoCo.nrw 2026 – Science, Compute, Connect
Scientific Computing im Dialog

Vom 21. bis 23. September 2026 wurde das IT Center der RWTH Aachen University zum Treffpunkt der Scientific Computing-Community in Nordrhein-Westfalen. Mit der ersten SciCoCo.nrw brachte HPC.nrw Forschende, Softwareentwickler, Data Stewards und KI-Expert:innen zusammen. Das dreitägige Programm verband fachliche Einblicke und praxisnahe Formate mit vielfältigen Möglichkeiten zur persönlichen Begegnung.
Thematisch spannte die SciCoCo.nrw den Bogen von High-Performance Computing und Forschungs-softwareentwicklung über Forschungsdatenmanagement bis hin zu Künstlicher Intelligenz und Data Literacy. Die unterschiedlichen Tracks boten dabei vielfältige Anknüpfungspunkte für den fachlichen Austausch und machten die Veranstaltung zu einem Ort, an dem unterschiedliche Perspektiven auf Scientific Computing zusammenkamen.
Fachliche Impulse und praxisnaher Austausch
Vier Keynotes setzten über die drei Veranstaltungstage hinweg wichtige fachliche Impulse. Prof. Gert Aarts (Universität Bielefeld) eröffnete das Programm mit „Why AI is just like theoretical physics“ und beleuchtete die Verbindungen zwischen künstlicher Intelligenz und theoretischer Physik. Prof. Dr. Michael Hanke (FZJ) widmete sich in „Carrots! Not Sticks!“ neuen Perspektiven auf wissenschaftliche Zusammenarbeit und Anreizstrukturen.
Mit „Outcomes we can sell: The JuPedSim Story“ zeigten Kai Kratz (FZJ) und Pit Steinbach (FZJ), wie aus wissenschaftlicher Software konkrete und nutzbare Ergebnisse entstehen können. Dr. Hubertus van Dam (Universität Duisburg-Essen) gab mit „Many ways of using the HPC toolbox“ Einblicke in unterschiedliche Möglichkeiten, HPC-Infrastrukturen für wissenschaftliche Anwendungen einzusetzen.


Begegnung und Vernetzung im Mittelpunkt
Neben den Keynotes prägten vor allem die interaktiven Formate die Veranstaltung. Die Workshops boten Gelegenheit, neue Methoden und Werkzeuge praxisnah zu erproben und eigene Kenntnisse gezielt zu vertiefen. Das Spektrum reichte vom Einstieg in die NRW-HPC-Infrastruktur und der Entwicklung zuverlässiger und effizienter Software mit Rust über Python-Performance-Optimierung und Containerisierung mit Singularity und Apptainer bis hin zu reproduzierbaren Softwareumgebungen mit Pixi. Weitere Schwerpunkte lagen auf FAIR Data und Coscine, Deep Learning auf HPC-Systemen sowie dem verantwortungsvollen Einsatz von Large Language Models.

Eine besondere Rolle nahm die Postersession ein, die sich über alle drei Veranstaltungstage erstreckte. Die vielfältigen Poster präsentierten aktuelle Forschungsprojekte, technische Entwicklungen und praxisnahe Fragestellungen aus unterschiedlichen Bereichen des Scientific Computing. Durch die kontinuierliche Präsenz der Poster über die gesamte Veranstaltung hinweg ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten für vertiefende Gespräche, fachliche Rückfragen und den direkten Austausch zwischen Posterpräsentierenden und Teilnehmenden. Die Postersession bot damit eine lebendige Ergänzung zum Vortrags- und Workshopprogramm und machte die Vielfalt der behandelten Themen und Projekte sichtbar.
Ergänzend boten Community- und Birds-of-a-Feather-Sessions Raum für Diskussionen und den Austausch von Erfahrungen. Die Themen reichten von digitaler Souveränität an Hochschulen und reproduzierbarer Wissenschaft über den Umgang mit sensiblen Daten bis hin zur Vernetzung innerhalb der Women-in-HPC-Community. Dabei wurden sowohl strategische Fragen als auch konkrete Herausforderungen aus Forschung und Praxis aufgegriffen.


Ein gelungener Auftakt
Mit der ersten SciCoCo.nrw hat HPC.nrw einen neuen Treffpunkt für die Scientific-Computing-Community in Nordrhein-Westfalen geschaffen. Die Veranstaltung verband fachliche Tiefe mit praxisorientiertem Lernen und bot zugleich Raum für offenen Dialog und persönliche Begegnungen.
Unser herzlicher Dank gilt allen Speakern, Workshop-Leitungen, Posterpräsentierenden und Teilnehmenden, die die SciCoCo.nrw 2026 mit ihrer Expertise, ihren Perspektiven und dem offenen Austausch bereichert haben. Ebenso danken wir unseren Kooperationspartnern DKZ.2R, fdm.nrw, git.nrw, ZB MED und Coscine für ihre Unterstützung. Ein besonderer Dank gilt NEC und MEGWARE für die finanzielle Unterstützung des Caterings und damit für ihren Beitrag zur gastfreundlichen Atmosphäre der Veranstaltung.
Die SciCoCo.nrw soll sich als wiederkehrende Veranstaltung im Kontext von HPC.nrw etablieren und auch künftig die Scientific-Computing-Community in Nordrhein-Westfalen zusammenbringen. An wechselnden Standorten bietet sie Raum für fachlichen Austausch, neue Impulse und die Vernetzung über Institutions- und Fachgrenzen hinweg.



